{"id":13292,"date":"2026-04-28T14:34:52","date_gmt":"2026-04-28T12:34:52","guid":{"rendered":"https:\/\/netzwerk-homoeopathie.info\/?p=13292"},"modified":"2026-04-28T17:22:40","modified_gmt":"2026-04-28T15:22:40","slug":"homoeopathie-an-der-universitaet-bern-und-das-schweizer-hta-zur-homoeopathie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/netzwerk-homoeopathie.info\/en\/homoeopathie-an-der-universitaet-bern-und-das-schweizer-hta-zur-homoeopathie\/","title":{"rendered":"Hom\u00f6opathie an der Universit\u00e4t Bern \u2013 und das Schweizer HTA zur Hom\u00f6opathie"},"content":{"rendered":"<span class=\"span-reading-time rt-reading-time\" style=\"display: block;\"><span class=\"rt-label rt-prefix\">Lesedauer \/ Reading Time:<\/span> <span class=\"rt-time\"> 5<\/span> <span class=\"rt-label rt-postfix\">min<\/span><\/span>\n<p>Es gibt wissenschaftliche Einrichtungen, deren Bedeutung weniger aus ihren Forschungsergebnissen erw\u00e4chst als aus der Rolle, die sie im \u00f6ffentlichen Diskurs spielen. Das Institut f\u00fcr Komplement\u00e4re und Integrative Medizin (IKIM) an der Universit\u00e4t Bern geh\u00f6rt in diese Kategorie. Seit 1995 existiert es als universit\u00e4re Einrichtung \u2013 lange bevor die Schweiz 2009 per Volksentscheid beschloss, die Komplement\u00e4rmedizin in die Grundversicherung aufzunehmen. Doch erst dieser Entscheid verlieh dem IKIM jene wissenschaftspolitische Funktion, die es heute erf\u00fcllt: nicht als Ort kritischer Forschung, sondern als epistemisches Feigenblatt f\u00fcr eine politisch l\u00e4ngst getroffene Entscheidung.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1880\" height=\"1173\" src=\"https:\/\/netzwerk-homoeopathie.info\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/pexels-photo-36550228.jpeg\" alt=\"scenic view of bern with cathedral reflection\" class=\"wp-image-13294\" style=\"aspect-ratio:16\/9;object-fit:cover;width:600px\" srcset=\"https:\/\/netzwerk-homoeopathie.info\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/pexels-photo-36550228.jpeg 1880w, https:\/\/netzwerk-homoeopathie.info\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/pexels-photo-36550228-300x187.jpeg 300w, https:\/\/netzwerk-homoeopathie.info\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/pexels-photo-36550228-900x562.jpeg 900w, https:\/\/netzwerk-homoeopathie.info\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/pexels-photo-36550228-768x479.jpeg 768w, https:\/\/netzwerk-homoeopathie.info\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/pexels-photo-36550228-1536x958.jpeg 1536w\" sizes=\"auto, (max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Bern &#8211; eine wirklich sch\u00f6ne Stadt, die nichts daf\u00fcr kann &#8230; &#8211; Photo by Beat Bieri on <a href=\"https:\/\/www.pexels.com\/photo\/scenic-view-of-bern-with-cathedral-reflection-36550228\/\" rel=\"nofollow\">Pexels.com<\/a><\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Ein Institut zwischen Wissenschaft und politischer Erwartung<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Existenz eines universit\u00e4ren Instituts erzeugt in der \u00f6ffentlichen Wahrnehmung automatisch den Eindruck wissenschaftlicher Seriosit\u00e4t. Das IKIM profitiert davon in besonderem Ma\u00dfe. Es pr\u00e4sentiert sich als Forschungszentrum, das die Wirksamkeit komplement\u00e4rmedizinischer Verfahren untersucht \u2013 und damit als Instanz, die eine politisch gew\u00fcnschte Leistung wissenschaftlich absichert.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch dieser Eindruck t\u00e4uscht. Die Forschung des IKIM ist methodisch randst\u00e4ndig, thematisch enggef\u00fchrt und wissenschaftlich kaum anschlussf\u00e4hig. Sie kreist seit Jahren um Modelle, die au\u00dferhalb der CAM\u2011Szene kaum Relevanz besitzen: Wasserlinsen, die angeblich auf hom\u00f6opathische Hochpotenzen reagieren; Kristallisationsbilder, die \u201eBildungskr\u00e4fte\u201c sichtbar machen sollen; physikalisch\u2011chemische Experimente, deren Effekte bei unabh\u00e4ngigen Replikationen zuverl\u00e4ssig verschwinden.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Forschung ist nicht deshalb problematisch, weil sie scheitert \u2013 sondern weil sie <em>nicht scheitern kann<\/em>. Sie operiert in einem geschlossenen Evidenzsystem, in dem jede Abweichung als Best\u00e4tigung gelesen werden kann. Die Hypothesen sind so gesetzt, dass sie nicht falsifizierbar sind. Damit erf\u00fcllt die Forschung nicht die Kriterien wissenschaftlicher Erkenntnisgewinnung, sondern die Anforderungen politischer Erwartungshaltung.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die Publikationslandschaft: Forschung ohne Wirksamkeit<\/h3>\n\n\n\n<p>Ein Blick auf die <a href=\"https:\/\/www.ikim.unibe.ch\/forschung\/publikationen\/artikel_in_peer_reviewed_journals\/index_ger.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Publikationsliste des IKIM <\/a>best\u00e4tigt dieses Bild. Nur ein kleiner Bruchteil der Arbeiten befasst sich \u00fcberhaupt mit klinischer Forschung zur Hom\u00f6opathie oder Anthroposophie. Die meisten Publikationen kreisen um soziologische, kulturelle oder akzeptanzbezogene Fragen, um physiologische Nebenthemen oder um methodische \u00dcberlegungen, die die Wirksamkeitsfrage elegant umgehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die wenigen hom\u00f6opathischen Studien sind retrospektiv, klein, methodisch schwach oder reine Literatur\u00fcbersichten. Harte klinische Forschung findet kaum statt. Stattdessen entsteht eine breite Kulisse wissenschaftlicher Aktivit\u00e4t, die den Eindruck erweckt, als werde intensiv geforscht \u2013 w\u00e4hrend die zentrale Frage, ob Hom\u00f6opathie wirkt, systematisch ausgespart bleibt.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Publikationslandschaft ist kein Zufall. Sie erf\u00fcllt eine wissenschaftspolitische Funktion: Sie erzeugt Normalit\u00e4t, nicht Evidenz. Sie stabilisiert ein System, das politisch gewollt ist, aber wissenschaftlich nicht tr\u00e4gt. Das IKIM erscheint so als Ort der Forschung, ohne die Risiken echter Forschung eingehen zu m\u00fcssen \u2013 n\u00e4mlich das Risiko des Scheiterns.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Institutionelle Verflechtungen<\/h3>\n\n\n\n<p>Institutionelle Verflechtungen haben ihren Sinn: Sie erzeugen eine <strong>Normalit\u00e4t<\/strong>, in der Hom\u00f6opathie und andere komplement\u00e4rmedizinische Verfahren nicht als wissenschaftliche Au\u00dfenseiter erscheinen, sondern als etablierter Bestandteil der Versorgung. Das IKIM fungiert dabei als Knotenpunkt, der diese Normalit\u00e4t akademisch absichert.<\/p>\n\n\n\n<p>Hervorzuheben ist dabei die <strong>berufsst\u00e4ndische Verankerung<\/strong>. Wenn die Vorsitzende der FMH \u2013 der wichtigsten \u00e4rztlichen Standesorganisation der Schweiz \u2013 selbst als Hom\u00f6opathin praktiziert, dann ist das mehr als eine pers\u00f6nliche Pr\u00e4ferenz. Es ist ein Signal an das gesamte System: Komplement\u00e4rmedizin ist nicht nur politisch gewollt, sondern auch <strong>\u00e4rztlich legitimiert<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p>In einem <a href=\"https:\/\/vaoas.ch\/news\/die-komplementaere-medizin-ist-in-der-schweizer-bevoelkerung-stark-verankert\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Interview von 2018 <\/a>betonte die damalige Leiterin des IKIM, dass rund 2000 \u00c4rztinnen und \u00c4rzte in der Schweiz einen F\u00e4higkeitsausweis in Komplement\u00e4rmedizin besitzen und noch mehr entsprechende Verfahren praktizieren. Vor diesem Hintergrund sei es \u201enicht verwunderlich\u201c, dass auch innerhalb der FMH (der wichtigsten \u00e4rztlichen Standesorganisation der Schweiz) komplement\u00e4re und integrative Medizin positiv gesehen werde.<\/p>\n\n\n\n<p>Die CAM\u2011Freundlichkeit der FMH\u2011Spitze ist kein Zufall, sondern Ausdruck eines \u00e4rztlichen Selbstverst\u00e4ndnisses, das Komplement\u00e4rmedizin als normalen Bestandteil der Versorgung betrachtet. Das IKIM war damit nicht nur wissenschaftlich, sondern auch <strong>standespolitisch<\/strong> positioniert \u2013 ein Bindeglied in einem Netzwerk, das die Hom\u00f6opathie institutionell stabilisiert.<\/p>\n\n\n\n<p>In einem solchen Umfeld \u00fcberrascht es kaum, dass die erneute Evaluation der Hom\u00f6opathie vom Schweizer Bundesamt f\u00fcr Gesundheit abgebrochen wurde. Die Entscheidung war nicht das Ergebnis einer wissenschaftlichen Abw\u00e4gung, sondern Ausdruck eines Geflechts aus institutionellen Loyalit\u00e4ten, berufsst\u00e4ndischen Interessen und politischer Erwartungshaltung &#8211; um nicht zu sagen, einer Ausweglosigkeit, zu einer sachgerechten Entscheidung finden zu k\u00f6nnen. Die wissenschaftliche Evidenz spielte dabei nur eine Nebenrolle &#8211; wenn \u00fcberhaupt.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Das BAG und die \u201eFlucht\u201c in das HTA<\/h2>\n\n\n\n<p>Als das Bundesamt f\u00fcr Gesundheit nach dem Volksentscheid die Aufgabe hatte, die Hom\u00f6opathie erneut zu evaluieren, stand es vor einem Dilemma:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Die klinische Evidenz war schwach bis nicht vorhanden.<\/li>\n\n\n\n<li>Die politische Erwartung war klar.<\/li>\n\n\n\n<li>Eine direkte Bewertung der Studienlage h\u00e4tte zwangsl\u00e4ufig negativ ausfallen m\u00fcssen.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>In dieser Situation bot sich das Health Technology Assessment (HTA) als <strong>Ausweichinstrument<\/strong> an. Ein HTA bewertet nicht prim\u00e4r Wirksamkeit, sondern Versorgung, Kosten, Patientenzufriedenheit und Systemeffekte. Es setzt voraus, dass die Wirksamkeit <em>vorab<\/em> durch solide klinische Forschung gekl\u00e4rt wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>Genau das war bei der Hom\u00f6opathie nicht der Fall. Doch das HTA erm\u00f6glichte es dem BAG, die Wirksamkeitsfrage elegant zu umgehen, ohne offen gegen den Volksentscheid zu argumentieren. Aus dieser Sicht naheliegend, <a href=\"https:\/\/www.sciencedirect.com\/science\/article\/abs\/pii\/S1863867807005665\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">ein HTA zu beauftragen<\/a> &#8211; und so geschah es. Das HTA wurde so zum <strong>wissenschaftspolitischen Schutzinstrument<\/strong>, nicht zum Bewertungsinstrument.<\/p>\n\n\n\n<p>Die <a href=\"https:\/\/www.bundesaerztekammer.de\/themen\/aerzte\/qualitaetssicherung\/health-technology-assessment?utm_source=copilot.com\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Bundes\u00e4rztekammer<\/a> definiert HTA als <strong>\u201esystematische, evidenzbasierte Bewertung medizinischer Verfahren und Technologien im Hinblick auf deren Effekte auf die Gesundheitsversorgung\u201c<\/strong>. Dabei k\u00f6nnen \u00f6konomische, ethische und soziale Aspekte einflie\u00dfen, aber die Wirksamkeit muss <strong>vorab<\/strong> durch klinische Forschung gekl\u00e4rt sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Das <a href=\"https:\/\/www.bfarm.de\/DE\/Das-BfArM\/Aufgaben\/HTA\/_node.html?utm_source=copilot.com\" type=\"link\" id=\"https:\/\/www.bfarm.de\/DE\/Das-BfArM\/Aufgaben\/HTA\/_node.html?utm_source=copilot.com\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Bundesinstitut f\u00fcr Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)<\/a> beschreibt HTA\u2011Berichte ebenfalls als <strong>Bewertungen vorhandener wissenschaftlicher Informationen<\/strong> zu Nutzen, Risiken, Kosten und Auswirkungen \u2013 also als <em>sekund\u00e4re<\/em> Bewertungsinstrumente, nicht als Wirksamkeitsnachweis.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Keiner dieser seri\u00f6sen Akteure behauptet, ein HTA k\u00f6nne Wirksamkeit <\/strong><em><strong>herstellen<\/strong><\/em><strong> oder <\/strong><em><strong>nachweisen<\/strong><\/em><strong>.<\/strong> <\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die Schr\u00e4glage des Schweizer Hom\u00f6opathie-HTA<\/h3>\n\n\n\n<p>Ein besonders aufschlussreicher Satz dazu findet sich im Schlusskapitel des Schweizer HTA\u2011Berichts. Dort hei\u00dft es:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p><em>\u201eDie Wirksamkeit der Hom\u00f6opathie kann unter Ber\u00fccksichtigung von internen und externen Validit\u00e4tskriterien als belegt gelten \u2026\u201c<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Diese Formulierung markiert eine bemerkenswerte Umkehrung des HTA\u2011Prinzips. Ein Health Technology Assessment setzt die belegte Wirksamkeit einer Intervention voraus; es ist nicht daf\u00fcr gedacht, sie herzustellen, zu behaupten oder eine diffuse Erkenntnislage zu bewerten. Seine Aufgabe besteht darin, <em>auf Basis vorhandener Evidenz <\/em>Fragen der Versorgung, Sicherheit und Wirtschaftlichkeit zu bewerten. Genau diese Kernaufgaben werden im Bericht jedoch als \u201ederzeit nicht zuverl\u00e4ssig beurteilbar\u201c bezeichnet.<\/p>\n\n\n\n<p>Damit entsteht ein paradoxes Bild: Die Wirksamkeit wird ohne tragf\u00e4hige klinische Evidenz (die breit mit den \u00fcblichen Relativierungen des Studienmaterials diskutiert wird) als \u201ebelegt\u201c erkl\u00e4rt, w\u00e4hrend jene Faktoren, die ein HTA eigentlich untersuchen m\u00fcsste, ausdr\u00fccklich offenbleiben. <\/p>\n\n\n\n<p>Diese argumentative Konstruktion zeigt, dass das HTA weniger ein Bewertungsinstrument war als ein Legitimationsinstrument. Es best\u00e4tigt nicht die Wirksamkeit der Hom\u00f6opathie, sondern die politische Erwartung, dass sie wirksam sein <em>soll<\/em>. Die wissenschaftliche Logik wird dabei nicht angewendet, sondern rhetorisch nachgebildet.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die rhetorische Umdeutung des HTA durch das HRI<\/h3>\n\n\n\n<p>Das Homeopathy Research Institute (HRI) allerdings <a href=\"https:\/\/www.hri-research.org\/de\/informationsquellen\/die-homoopathie-debatte\/der-schweizer-hta-bericht-ueber-homoeopathie\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">versucht bis heute<\/a>, das HTA als Wirksamkeitsnachweis umzudeuten. Es behauptet, ein HTA sei \u201eeine anerkannte Forschungsmethode, um die tats\u00e4chliche Wirksamkeit, Sicherheit und Wirtschaftlichkeit von Behandlungen zu bewerten\u201c. Das ist, wie weiter oben belegt, sachlich falsch \u2013 aber kommunikativ geschickt.<\/p>\n\n\n\n<p>Denn das HRI r\u00e4umt auf seiner Webseite indirekt ein, dass die Studienlage damals nicht ausreichte, um eine direkte Bewertung vorzunehmen. Damit best\u00e4tigt es unfreiwillig, was das BAG nie offen gesagt hat:<br>Das HTA wurde gew\u00e4hlt, weil die Evidenz zu schlecht war, um sie direkt zu verwenden.<\/p>\n\n\n\n<p>Das HTA ersetzt nicht Evidenz.<br>Es verschiebt die Debatte.<br>Es erzeugt den Eindruck, als sei die Wirksamkeit bereits gekl\u00e4rt.<br>Und es legitimiert die Existenz des IKIM nachtr\u00e4glich.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Fazit: Ein wissenschaftspolitisches Artefakt<\/h2>\n\n\n\n<p>Das IKIM ist kein Forschungsproblem, sondern ein <strong>Institutionenproblem<\/strong>. Es ist ein Produkt wissenschaftspolitischer Erwartungen, nicht wissenschaftlicher Erkenntnisinteressen. Genau wie das HTA existiert es vor allem, weil die Politik nach 2009 eine epistemische Infrastruktur ben\u00f6tigte, die eine politisch gewollte Entscheidung wissenschaftlich einrahmt.<\/p>\n\n\n\n<p>Damit wird das IKIM zu einer Fallstudie daf\u00fcr, wie wissenschaftliche Autorit\u00e4t entstehen kann, ohne dass wissenschaftliche Evidenz vorliegt. Es zeigt, wie politische Entscheidungen epistemische R\u00fcckversicherungen erzeugen \u2013 und wie Universit\u00e4ten bereitwillig Strukturen bereitstellen, die diese R\u00fcckversicherungen erm\u00f6glichen.<\/p>\n\n\n\n<p>Gerade deshalb lohnt es sich, genauer hinzusehen. Und das gilt genauso f\u00fcr das Schweizer HTA zur Hom\u00f6opathie, das letztlich die gleiche Funktion erf\u00fcllt.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><span class=\"span-reading-time rt-reading-time\" style=\"display: block;\"><span class=\"rt-label rt-prefix\">Lesedauer \/ Reading Time:<\/span> <span class=\"rt-time\"> 5<\/span> <span class=\"rt-label rt-postfix\">min<\/span><\/span>Es gibt wissenschaftliche Einrichtungen, deren Bedeutung weniger aus ihren Forschungsergebnissen erw\u00e4chst als aus der Rolle, die sie im \u00f6ffentlichen Diskurs spielen. Das Institut f\u00fcr Komplement\u00e4re und Integrative Medizin (IKIM) an der Universit\u00e4t Bern geh\u00f6rt in diese Kategorie. 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