Politischer Handlungsbedarf: Offener Brief des INH an Bundesgesundheitsministerin Warken

Lesedauer / Reading Time: 2 min

Wie schnel sich der Wind drehen kann, das haben wir in den letzten 20 Monaten erlebt. Erst kündigte im Januar 2024 Minister Lauterbach mit seinem 2. Referentenentwurf zum Gesundheitsversorgungsstärkungsgesetz den Wegfall der Erstattungspriviliegen für die besonderen Therapierichtungen im Sozialgesetzbuch V an. Im März hieß es dann: Kommando zurück. Eine Erklärung wurde nie gegeben.

Worauf die organisierte Ärzteschaft die Initiative ergriff und durch einen Beschluss zur Homöopathie auf dem 128. Deutschen Ärztetag klargestellt, dass die Homöopathie weder einen Platz im ärztlichen Kanon haben kann noch den Anforderungen an eine neuzeitliche medizinische Ethik entspricht. Ein Paukenschlag, zweifellos.

Der aber bislang ungehört verhallte. Uns ist keine Reaktion von Minister Lauterbach in den immerhin noch sechs Monaten seiner Amtszeit nach dem Ärztetagsbeschluss bekannt.

Dann kamen die Wirren des Endes der Ampel-Koalition, des Wahlkampfes, der Wahlen zum Bundestag und der Koalitionsabildung. Da wird wohl niemand glauben, dass die Homöopathie als politisches Thema in dieser Gemengelage überlebt hat. Abgesehen davon, dass am Beginn einer neuen Legislaturperiode in der Regel ohnehin die Agenden wieder neu aufgebaut werden müssen.

Die neue Regierung ist rund 150 Tage im Amt. Und das heißt für das INH, dass es sich und seine Ziele wieder deutlich in Erinnerung bringen muss. Wir sind hier und bleiben die Stimme der wissenschaftsorientierten Homöopathiekritik, darüber sollte sich niemand täuschen.

Noch ein Wort zu Stil und Inhalt des Schreibens an die Ministerin. Wir haben sehr bewusst von der x-ten Darstellung der medizinischen Irrelevanz abgesehen. Darum kann es nicht mehr ernsthaft gehen. Wir werden das Wirksamkeitsthema nur noch reaktiv diskturieren. Statt dessen will das Schreiben aufzeigen, wie schwerwiegend die politischen Versäumnisse sind, die die gesetzliche Privilegierung der Homöopathie mit sich bringen. Und da gibt es Ansatzpunkte genug. Diese Ausrichtung gehört zum im Jahresendeartikel 2024 bereits angekündigten Strategiewechsels des INH. Dazu zu gegebener Zeit mehr.

Hier nun das Schreiben an Ministerin Warken;

Top