Homöopathiekritik in a Nutshell – zum Einstieg

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Das Bild zeigt vier gängige Homöopathika in Globuli-Form, abgefüllt in kleinen Glasbehältern.

Homöopathie – eine Methode aus dem Übergang vom 18. zum 19. Jahrhundert

Die Homöopathie ist ein in der Zeit der französischen Revolution entstandenes Therapiekonzept, entwickelt von dem deutschen Arzt Samuel Hahnemann. Damit ist unumgänglich, dass sie auf Konzepten von Gesundheit, Krankheit und Leben beruht, die aus einer Zeit stammen, als man noch sehr wenig im Bereich der Naturwissenschaft wusste. Chemie, Physik, Biologie, Physiologie waren nicht sehr weit entwickelt und Hahnemann musste seine Beobachtungen in ein noch eher der Mystik zugehöriges Weltbild einpassen und dann daraus seine Schlüsse ziehen. Dass er damit durchaus erfolgreich war, lag oftmals sicher nicht nur an unwirksamen, sondern eher schädlichen Methoden der damaligen Medizin. Jede weniger aggressive Medizinart musste da vorteilhaft erscheinen, ist aber deswegen nicht zwangsläufig als wirksam anzusehen.

Heute aber hat sich die Medizin aufgrund der seit der Aufklärung allmählich einsetzenden wissenschaftlichen Herangehensweise zu einem sehr viel leistungsfähigeren System entwickelt. Wobei die bedeutenden Entdeckungen, die unsere heutige Medizin prägen, erst weit nach Hahnemanns Tod (1843) gemacht wurden. Die alten Konzepte aus vorwissenschaftlicher Zeit sind auf ihre Stichhaltigkeit geprüft und gegebenenfalls verworfen worden.  Diese Bereinigung der Lehre ist in der Homöopathie nicht erfolgt, noch immer sind die Hauptwerke Hahnemanns aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhundert, wie das „Organon der Heilkunst“, Standardwerke, nach denen sich auch heute noch viele Therapeuten der klassischen Homöopathie richten.

Homöopathie aus heutiger Sicht

Es ist also nicht verwunderlich, dass die heute praktizierte Homöopathie einer wissenschaftlichen Betrachtung ihrer Grundlagen und Konzepte nicht standhalten kann. Diese wissenschaftliche Herangehensweise ist dadurch gekennzeichnet, dass man Methoden nutzt, um Fehlschlüsse und Irrtümer beim Erkenntnisgewinn möglichst zu vermeiden oder rasch aufzudecken. Dazu gehört auch, dass  Aussagen nicht im Widerspruch zu sicherem Wissen anderer Wissenschaftsgebiete stehen dürfen. So führen Widersprüche zwischen naturwissenschaftlichen Erkenntnissen und medizinischen Methoden zu einer konsequenten Überprüfung und ggf. Überarbeitung der Medizin. Ganz anders im Falle der Homöopathie: Es gibt eine ganze Reihe wesentlicher Widersprüche zwischen gesicherten naturwissenschaftlichen Erkenntnissen und der  Homöopathie, die aber von den Anwendern nicht beachtet werden..

Bei diesen Widersprüchen handelt es sich beileibe nicht um Marginalien, sondern es geht um die grundlegenden Aussagen der Homöopathie: 

    • Eine Lebenskraft, deren Gleichgewicht Gesundheit bedeutet und durch die Homöopathie beeinflusst werden soll, gibt es nicht.
    • Ein Ähnlichkeitsprinzip als generelle Regel, zumal nutzbar in der Pharmakologie, ist der Naturwissenschaft nicht bekannt.
    • Die in einer homöopathischen Arzneimittelprüfung bei gesunden Testpersonen  aufgetretenen Symptome sind keine geeignete Grundlage für die Ermittlung der Einsatzgebiete und Wirksamkeit des untersuchten Mittels.
    • Das Potenzieren der Mittel, wobei die Konzentration des Wirkstoffes abnimmt, bis dieser in dem Präparat gar nicht mehr vorhanden ist, führt nicht zu einer Steigerung der Wirksamkeit.
    • Miasmen („ererbte Urübel“), die auf wenige Grunderkrankungen wie Gonorrhoe, Krätze oder Feigwarzen zurückzuführen seien, gibt es nicht und sind daher auch nicht Ursachen für chronische Krankheiten.

Ein auf diesen Grundlagen aufbauendes Therapiesystem kann keine auf das eingesetzte Mittel zurückzuführende und über Placeboeffekte hinausgehende Wirksamkeit entfalten. Dennoch werden von den Befürwortern der Homöopathie Belege angeführt, die das Gegenteil beweisen sollen, es werden Begründungen und Vermutungen aufgestellt, die die Wirksamkeit plausibel machen sollen, ja sogar unterstellen, die wissenschaftliche Herangehensweise sei für die Homöopathie ungeeignet.

Unser Informationsangebot

Auf unseren Seiten finden Sie viele Artikel, die sich inhaltlich mit solchen Aussagen beschäftigen, etwa warum der Satz „Wer heilt, hat Recht“ irreführend ist, warum Fallberichte nicht als Nachweis einer Wirksamkeit taugen, warum altes Wissen zunächst einfach nur alt ist und nicht notwendigerweise zutreffend und warum Behauptungen belegt werden müssen, und zwar von dem, der sie aufstellt.

Weiterhin setzen wir uns damit auseinander, wie die Homöopathie im Gesundheitswesen verankert ist. Sie können nachlesen, warum es bei der Zulassung homöopathischer Präparate ausreicht, dass Homöopathen glauben, das Mittel wäre wirksam oder warum Krankenkassen die Kosten für Homöopathie übernehmen und Ärzte die Zusatzbezeichnung „Homöopathie“ erwerben. Hierzu können Sie die verschiedenen offenen Briefe nachlesen, in denen wir uns an die Vertreter des Gesundheitswesens mit dem Ziel gewandt haben, dies zu ändern.

Schließlich finden Sie noch eine  Reihe von Auseinandersetzungen mit wenig stichhaltigen Vergleichen, etwa, warum eine CD kein Modell für eine Speicherung von Information in Wasser ist, warum Nanopartikel keine Begründung für eine Wirksamkeit der Homöopathie liefern können und die Studienlage die Aussagen der Homöopathen überhaupt nicht rechtfertigt.

Sie finden sicher noch mehr interessante Aspekte auf unserer Seite – und wenn wir Ihnen dabei die für den Außenstehenden oft so kompliziert  anmutende wissenschaftliche Vorgehensweise nahebringen können (so unverständlich ist sie gar nicht!), ist das ein durchaus erwünschter Nebeneffekt.

Schauen Sie sich um! Schon in diesem Artikel finden Sie viele Links auf einzelne Beiträge. Einen Gesamtüberblick bieten unsere Frequently Asked Questions. Schauen Sie sich die Übersichten unter den Menüpunkten „Kurz erklärt“ und „Standpunkte“ an; eine Gesamtübersicht aller unserer Artikel nach Verschlagwortung finden Sie hier. Und fragen Sie uns gern mehr unter anfrage@netzwerk-homoeopathie.info!


 

 

 

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