FAQ 05 – Warum wirkt Homöopathie nicht?

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Die Wirkung der Homöopathie wird von Homöopathen den homöopathischen Arzneimitteln zugeschrieben (Globuli oder Tropfen, Tablettchen oder andere Darreichungsformen). Sie setzen also auf eine spezifische arzneiliche Wirkung, die allein auf die Methode Homöopathie zurückzuführen ist. Wir sind uns sicher, dass die Homöopathie durchaus Veränderungen bewirken, dass die Ursache dafür aber nicht in den theoretischen, von Hahnemann vor 200 Jahren erdachten Erklärungen liegen kann. Eine spezifische Wirkung der Homöopathie sehen wir als ausgeschlossen an.

Warum?

1. Das Ähnlichkeitsprinzip funktioniert nicht

Ähnlichkeit ist eine menschliche Denk- und Sichtweise. Ähnlichkeiten kennt die Natur nicht. Was für Menschen ähnlich ist, ist noch lange kein Heilprinzip. Auch Analogieschlüsse sind kein naturwissenschaftliches Kriterium.

2. Homöopathische Arzneiprüfungen sind Humbug

Arzneiprüfungen werden nicht standardisiert durchgeführt. Kranke Arzneiprüfer kommen zu anderen Ergebnissen als gesunde Arzneiprüfer. Die Interessenlage der Arzneiprüfer spielt eine Rolle. Die eingeschränkte Reaktionsfähigkeit von Geweben spielt eine Rolle. Die „Ergebnisse“ sind völlig subjektiv, was durch die ständig umfangreicher werdenden Symptomverzeichnisse (Materiae medicae) der Homöopathien zusätzlich belegt wird.

3. Die Verdünnungen sind zu hoch

Eine Wirksamkeit ist unmöglich, wenn keine Substanz mehr vorhanden ist. Moleküle sind einzelne Gebilde, man kann sie nicht beliebig verdünnen. Wenn nur noch 1 Molekül in der Lösung ist, dann ist nach der nächsten Verdünnung kein Molekül mehr in der Lösung – wenn doch, hat eine Verdünnung nicht stattgefunden. Die „Verschwinde-Grenze“ der Substanzen hängt mit einer Naturkonstanten zusammen („Avogadro-Konstante“ oder auch „Loschmidt’sche Zahl“) und liegt bei D23 (1 : 10 hoch 23 = 1 : 100 Trilliarden). In der Homöopathie werden üblicherweise viel höhere Verdünnungen angewandt: C30 (= D60) oder C200 (= D400).

4. Potenzieren von Stoffen funktioniert nicht

Dass ein 200 Jahre altes Ritual, das nur Werkzeuge verwendet, die damals bekannt waren, in der Lage sein soll, irgendwelche „Geistwirkungen von der Materie zu trennen“, ist eine bloße Behauptung, die aus wissenschaftlicher Sicht unmöglich ist, genau das wird von der Quantenmechanik belegt und nicht das Gegenteil.

5. Wasser kann keine Informationen speichern

In Wasser kann man nicht schreiben. Wenn man es trotzdem tut, kann man das Geschriebene nicht lesen. Die Idee von „Molekülclustern“ hilft nicht weiter: Die entscheidenden Wasserstoffbrückenbindungen ändern sich in jeder Sekunde eine Billion Mal. Auch die Quantenphysik hilft nicht weiter. Wo nichts ist, kann nichts wirken.

6. Trennung von Wirkung und Nebenwirkung ist nicht möglich

Es ist nicht erklärbar, dass von einem Substanzgemisch nur die wirksame Substanz potenziert wird, alle anderen unwirksamen Störsubstanzen aber nicht. Es ist auch nicht erklärbar, dass von der wirksamen Substanz nur die von Menschen erwünschte Wirkung potenziert wird, die von Menschen unerwünschte Nebenwirkung aber nicht. Wie sollen Substanzen wissen, was wir wollen?

7. Homöopathie ist nicht geeignet, Mangelkrankheiten zu heilen

Wenn dem Körper Substanzen fehlen, dann muss man die Substanz in der erforderlichen Dosis zuführen und nicht in einer homöopathischen Dosis.

8. Homöopathie ist nicht geeignet, Vergiftungen zu heilen

Wenn der Körper mit einer Überdosierung einer giftigen Substanz belastet ist, dann führt jede zusätzliche Gabe des Giftes zu einer zusätzlichen Belastung. Eine Entlastung durch zusätzliche Giftdosen ist nicht möglich. Dies ist seit jeher ein großes ungelöstes Erklärungsproblem der Homöopathen.

9. „Ganzheitlichkeit“ ist nicht zu erreichen

Niemand ist in der Lage, alle Aspekte und alle Einzelheiten eines Menschen zu erfassen. „Ganzheitlichkeit“ ist ein Schlagwort. Jeder verantwortungsvolle Mediziner ist bemüht, seinen Patienten über die geschilderten Symptome hinaus zu verstehen und arbeitet insofern „ganzheitlich“. Außerdem ist gerade die Homöopathie eine ausdrückliche Symptomentherapie.

10. Phantasievolle, aber abstruse Erklärungsmodelle

Die der Homöopathie zugrundeliegenden Krankheitsmodelle sind vor dem wissenschaftlichen Zeitalter entstanden. Postulierte Kräfte wie „Lebenskraft“, „Lebensenergie“, „Miasmen“, „Nosoden“ sind nicht-existente Phantasiegebilde. Die tatsächlichen Krankheitsursachen wie Bakterien, Viren, Pilze, krebserregende Stoffe, Gifte oder Mangelerscheinungen (Hormonmangel, Vitaminmangel, Mangel an Mineralstoffen) werden hingegen von der Homöopathie nicht als Krankheitsursache akzeptiert.

11. Auch zukünftige Generationen von Wissenschaftlern werden keine Wirkungsweise finden können

Wenn wir lediglich unwissend wären, könnten Homöopathen auf zukünftige Erkenntnisse hoffen. Aber wir sind nicht unwissend, sondern wissend. Dieses Wissen steht im Widerspruch zur Homöopathie und widerlegt sie. Was heute bereits widerlegt ist, kann morgen nicht für „bewiesen“ erklärt werden.


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