Eine Reise in die Vergangenheit beim rbb – und eine kritische Antwort

Ein Kopf, gefüllt mit Uhren, die nach hinten davonfliegen - Metaper für eine Zeitreise in dei VergangenheitRadio Berlin Brandenburg (rbb Fernsehen) hat eine Dokumentation mit dem Titel “Die Wahrheit …. über Homöopathie” (verfügbar in der ARD-Mediathek) produziert, die am 25.05.2020 erstausgestrahlt wurde. Nach vielen immer objektiveren und informativeren  Medienbeiträgen kam es für alle, die unter der Flagge der “Wahrheit” einen weiteren Schritt in Richtung Aufklärung erwartet hatten, wahrlich knüppeldick.

Wir beklagen nicht einmal die berühmte “false balance”, eine “falsche Ausgewogenheit”. Hier geht es im Grunde um eine noch andere Qualität.

In Zeiten, in denen die wissenschaftsfundierte Homöopathiekritik (nicht nur des INH) Verbreitung und Rezeption gefunden hat, kann man hier nur eine regelrechte Parteinahme für die Homöopathie konstatieren. Natalie Grams, die frühere Leiterin des INH, kommt zwar im Beitrag vor – aber der Eindruck, dass sie nur als “Feigenblatt” gegen einen etwaigen Vorwurf “fehlender Ausgewogenheit” fungiert, lässt sich nicht leugnen. Argumente der wissenschaftlichen Homöopathiekritik werden, wo sie rudimentär vorkommen, mehr oder weniger nonchalant vom Tisch gewischt oder sofort (falsch) relativiert.

Eine Zeitreise in die Vergangenheit –  als redaktionell verantworteter Beitrag eines öffentlich-rechtlichen Senders.

Ein Follower des Informationsnetzwerks Homöopathie (es sei betont, kein aktives oder sonst involviertes Mitglied) hat sich die Mühe gemacht, die wesentlichen Kritikpunkte gegenüber der rbb-Redaktion darzulegen. Wir hätten es kaum besser machen können. Mit seiner freundlichen Genehmigung veröffentlichen wir nachstehend seinen Text. (Name und Mailanschrift sind dem INH bekannt).

Es bleibt noch, uns herzlich zu bedanken! Was wir hiermit gern tun.


An
Angelika Vaßmers, rbb-online
CC: Angelika Wörthmüller, Sven Oswald, beide rbb online

Betr.: Die Wahrheit über… Homöopathie

Sehr geehrte Frau Vaßmers,

nachdem in den letzten Jahren im Journalismus die Problematik der falschen Ausgewogenheit beim Thema Homöopathie erkannt wurde, ist die Dokumentation „Die Wahrheit über… Homöopathie“ ein Rückschritt um 20 Jahre. Ihre Regisseurin Angelika Wörthmüller arbeitet die Talking Points der Homöopathie-Verbände ab. Zwar zeigt sie auch kritische Stimmen (Off-Kommentar dazu verschwörerisch: „…oder spielt am Ende Lobbyismus eine Rolle?“), die wichtigsten Falschaussagen zur Homöopathie lässt sie aber unkommentiert stehen.

In über 200 Jahren konnte nie auch nur für ein einziges Krankheitsbild eine Wirkung homöopathischer Mittel stabil belegt werden. Bei Frau Wörthmüller heißt es, es gäbe „einige wissenschaftliche Untersuchungen, die Wirksamkeitsnachweise liefern.“ Dabei erwähnt sie zwar deren mangelhafte Qualität, beeilt sich aber zu sagen: „Nicht nur homöopathische Studien weisen hier Mängel auf. Auch viele schulmedizinische.“ (Minute 29:45) Den schwarzen Peter einfach weiterzugeben, ist eine beliebte Taktik der Homöopathen. Es ist allerdings ein Unterschied, ob viele Medikamente der „Schulmedizin“ die strengen Testkriterien nicht bestehen oder ob eine ganze Therapierichtung noch nie einen stabilen Wirkbeleg vorweisen konnte. Weder für ein Mittel, noch für die erfolgreiche Behandlung einer Erkrankung. Die wichtigste Information zum Thema Studien verschweigt Frau Wörthmüller leider: Selbst Studien mit vermeintlich positivem Ergebnis zur Homöopathie konnten trotz größter Anstrengungen nie wiederholt werden. Die Carstens-Stiftung als europaweit größter Förderer homöopathischer Forschung könnte Auskunft darüber geben, wie viele Millionen Euro seit den 80er Jahren bereits ausgegeben wurden, um endlich auch nur ein einziges vermeintlich positives Ergebnis zu wiederholen.

Das gleiche trifft auch auf die homöopathische Grundlagenforschung zu. In den 90er Jahren wurde gern der Forscher Stephan Baumgartner gezeigt, der nach eigener Aussage in seinem Labor positive Effekte mit Hochpotenzen erzielen konnte. Bis heute ist es nicht gelungen, diese Ergebnisse unabhängig stabil zu wiederholen. Frau Wörthmüller filmt Paul Doesburg, einen Schüler Baumgartners. Ihre Regisseurin folgt also einem jahrzehntelangen Muster: Immer wieder wird der Eindruck erweckt, als wäre man einer wissenschaftlichen Revolution auf der Spur. Spätestens im Jahr 2020 sollte dieses Muster allgemein erkannt sein.

Warum verwirren Sie die Zuschauer?

Den größten Anteil ihrer Sendezeit füllen positive Anekdoten. Selbst die junge Frau mit negativen Erfahrungen in der Homöopathie hält die Methode bei leichten Beschwerden offenbar für (arzneilich) wirksam. Anekdotische Fallberichte, und seien sie noch so zahlreich, können Wirksamkeit nicht belegen. Frage: Wie vielen Menschen muss der Erzengel Gabriel erschienen sein, damit sich die RBB-Wissenschaftsredaktion darauf einigen kann, dass da was dran ist? Gerade bei der Homöopathie kann man dieses einfachste aller Prinzipien ernsthafter Wahrheitssuche nicht oft genug betonen.

Fragwürdig ist die Auswahl der Experten in Ihrer Dokumentation. Eine Frau Dr. Irene Schlingensiepen, die mit ihrer Quellenhomöopathie selbst den Homöopathen zu esoterisch ist, pflegt von sich seit Jahren das Image der strengen Schulmedizinerin unter den Homöopathen. Frau Wörthmüller übernimmt diese Selbsteinschätzung gern und nennt Frau Schlingensiepen eine „veritable Wissenschaftlerin“ (Minute 07:08). Hat Ihre Regisseurin auch nur einen Blick in die Bücher von Dr. Schlingensiepen geworfen? Eine ganz neue Methode der Homöopathie will Schlingensiepen entdeckt haben. Jeder Mensch sei mit genau einem einzigen „Ausdrucksmuster des Universums“ in Resonanz und besitze also sein ureigenstes Heilmittel, das er selbst durch eine Art Freudsches freies Assoziieren herausfindet. Das Fehlen einer wissenschaftlichen Untermauerung ihrer Thesen hat Schlingensiepen nicht gehindert, mehrere Bücher darüber zu schreiben und bereits Patienten damit zu therapieren. In ihrer Dokumentation darf sie erzählen, dass sich in homöopathischen Hochpotenzen die Zunahme bestimmter Nanostrukturen zeige (Minute 09:15). Diese Behauptung wird nicht etwa zurechtgerückt, sie wird von der Sprecherstimmer sogar wiederholt: „Wissenschaftler mehrerer Nationen fanden sogenannte Nanobubbles in homöopathischen Mitteln. (…) Noch ist unklar, was die genau bedeuten.“ – Tatsächlich ist nichts unklar, solange eine solche Beobachtung nicht unabhängig stabil repliziert werden konnte. Das ist nie gelungen. Sie bringen eine Wiederholung von längst widerlegten Talking Points der Homöopathie-Verbände.

Können Sie sich die wissenschaftliche Revolution vorstellen, die der Nachweis solcher Nanostrukturen in Hochpotenzen auslösen würde? Was Frau Wörthmüller ihrer Protagonistin arglos nachspricht, wäre so gewaltig – wenn es stimmen würde – dass es eine zweite kopernikanische Wende auslösen könnte. Der RBB verbreitet kritiklos pseudowissenschaftliche Behauptungen, die einer Prüfung nicht standhalten.
((https://www.homöopedia.eu/index.php/Artikel:Nanopartikel )

Frau Wörthmüller interviewt Prof. Harald Walach, zu dem Sie offenbar nichts recherchiert hat, sonst hätte sie einen weiten Bogen um ihn gemacht. Wozu dieses Interview? Damit er seinerseits zur Homöopathiekritik sagen darf (Minute 18:20): „Ich denke, dass Lobbyismus durchaus eine Rolle spielt…“. Auch er führt keine Belege für diese Behauptung an. Er selbst wird übrigens fleißig von Homöopathie-Stiftungen gefördert im Verfassen seiner apologetischen Schriften. Hier ließe sich Lobbyismus von homöopathischer Seite sehr einfach belegen. Natürlich erfährt der Zuschauer nichts davon. Walach sagt noch, dass die Wirkung von Homöopathie kaum materieller Natur sein könne. Es ist ein bisschen so, als würde einer über den Aufbau der flachen Erde philosophieren noch bevor auch nur ein stichhaltiger Beweis auftaucht, dass die Erde überhaupt flach ist.

Die Kritik an der Homöopathie wird von Frau Wörthmüller für Laien nicht nachvollziehbar dargestellt. Mit ausgesuchten Wortfetzen wie „zu wenig Nachfrage“, „zu unwissenschaftlich“ und „zu unplausibel“ als Zitate der Ärztekammern strickt sie mit an der Legende von den dogmatisch verknöcherten „Schulmedizinern“ (ursprünglich ein Kampfbegriff der Homöopathen), die einfach nicht offen sind für Neues. Erlauben Sie mir, noch mehr ins Detail zu gehen, weil die Auswahl aus sicher längeren Interviews mit den Kritikern manipulativ ist (ab Minute 16:30): „Ein Funktionsmodell, wie Homöopathie tatsächlich wirken soll, ist in der Physik nicht denkbar“, „…darf nicht Teil der Medizin sein“, „…nicht die Aufgabe von uns Ärzten Humbug-Methoden anzubieten“. Eine solche Auswahl ist Stimmungsmache gegen die wenigen um Ehrlichkeit bemühten Aufklärer. Wenn schon der Staat keine Aufklärungsarbeit zur Homöopathie leistet, sollten wir nicht den Wenigen ein Bein stellen, die es stattdessen tun. Frau Wörthmüller bemüht sich nicht, die Kritik nachvollziehbar zu machen. Schauen Sie sich die gleichen Protagonisten in anderen Homöopathie-Dokumentationen an. Dann sehen sie, wie klar sie formulieren können, warum die Homöopathie nicht arzneilich wirksam ist.

Die Vizepräsidentin der Bundesärztekammer sagt im Film nur: „Ich kann’s nicht prüfen!“ Kam es Ihnen bei der Filmabnahme nicht merkwürdig vor, dass ihre Regisseurin sich auch visuell dermaßen auf eine abstrakte Labor-Wissenschaft versteift und keinen Versuch unternimmt, den wirklich sehr einfachen Studienaufbau einer homöopathischen Wirksamkeitsstudie zu erklären? Es ist dem RBB-Zuschauer zuzutrauen, zu verstehen, dass zwei Gruppen à 500 Patienten in Homöopathie-Gruppe und Placebo-Gruppe aufgeteilt sehr einfach in ihrer Gesundung zu beobachten sind. Nichts anderes wird seit 30 Jahren unter den Kriterien der Evidenzbasierten Medizin versucht in der Homöopathie. Das ist kein Zauberwerk, sondern einfachste empirische Forschung. Randomisiert, doppelt verblindet, Placebo-kontrolliert. Sie sind eine Wissenschaftsredaktion!

Weitere längst wiederlegte Behauptungen in Ihrer Dokumentation zähle ich nur im Schnelldurchlauf auf:

–           Der Chinarindenversuch (Minute 14:15) konnte selbst von Homöopathen nie wiederholt werden.

–           Die „überraschenden Heilerfolge“ bei der Cholera-Epidemie 1831/32 (Minute 14:45) sind damit zu erklären, dass die Homöopathie im Gegensatz zur damals üblichen „heroischen Medizin“ vorsah, Kranken genügend zu trinken zu geben. Homöopathie hat bei der Cholera-Epidemie in Peru 1991/92 nicht geholfen.

–           „Die Homöopathie ist eine preisgünstige Schiene.“, sagt die Apothekerin. (Minute 25:30) Dass Apotheker prozentual höher am Verkauf von Homöopathika beteiligt werden, verschweigt sie. Dass sie im Falle sehr hoher Potenzen Zucker zum Kilopreis von Platin verkauft, verschweigt sie auch. Und dass die Gewinnspannen nirgendwo in der Pharmaindustrie so hoch sind wie in der Homöopathie, wird auch nicht erwähnt.

–           Zum Argument, dass die Homöopathie die Kassen ja kaum etwas kosten würde: Es geht nicht nur um die 20 Millionen Euro Kassenleistung für Homoöopathika. Es geht auch um die 380 Millionen Euro (2018), die unaufgeklärte Patienten im Jahr aus eigener Tasche dafür ausgeben. Und es geht darum, dass gesetzliche Krankenkassen das Arztgespräch nicht honorieren, eine homöopathische Anamnese aber schon.

–           Natürlich zeigt Ihre Dokumentation auch den Präsidenten des Deutschen Musikrats Dr. Christian Höppner. Er wird zur Zeit als Trumpf in homöopathischen Medien herumgereicht. Genau auf diese Medien hat sich Frau Wörthmüllers Recherche vermutlich beschränkt. Hier sagt er neben dem obligatorischen Heilungserlebnis (Minute 36:20): „Dieser Grundsatz, dass Medizin wirken soll, geht in dem vollkommen überheizten Diskurs meines Erachtens etwas verloren.“ – Es wäre die Aufgabe von Frau Wörthmüller gewesen, eindeutig zu erklären, dass es in der Homöopathie-Kritik fast ausschließlich um die Wirkung geht. Nicht darum, dass Wissenschaftler nichts Neues in ihr Weltbild lassen wollen.

–           Minute 27:25: Ein Dr. Menachem Oberbaum behauptet, „Kinder, die homöopathisch behandelt werden, sind weniger krank.“ – Die Gelegenheit an diesem Beispiel die Bedeutung unabhängiger Wiederholungen von Studien zu erklären, lässt Frau Wörthmüller ungenutzt verstreichen.

–           Warum wird in einem öffentlich-rechtlichen Beitrag immer noch die COPD-Studie von Michael Frass angeführt? Schon 2015 musste er erhebliche Fehler einräumen ( http://www.beweisaufnahme-homoeopathie.de/?p=2765 ) Hier hätte Frau Wörthmüller stattdessen die Beendigung der Homöopathie-Vorlesungen des Prof. Frass an der MedUni Wien bringen können mit anschließender klarer Distanzierung des Rektors „von unwissenschaftlichen Verfahren und Scharlatanerie“. All diese Hintergründe kennt der RBB-Zuschauer nicht. Der RBB-Zuschauer muss zwangsläufig denken, dass es Wirksamkeitsbelege für die Homöopathie gibt.

Zuletzt wäre noch zu bemerken, wie schade es ist, dass Frau Wörthmüller nicht die Chance ergriffen hat, die Hintergründe von Veranstaltungen wie „Science meets Homeopathy“ (ab Minute 26:30) einmal näher zu beleuchten. Hier bestätigen Homöopathen einander Wissenschaft zu betreiben. Eine investigative Reportage über diese Parallelwelt würde der „Wahrheit über die Homöopathie“ tatsächlich sehr viel näher kommen. Stattdessen ist das Fazit ihrer Sendung:

„Bei der Behandlung ist mir persönlich relativ egal, ob sie wissenschaftlich erwiesen ist. Wichtig ist, dass sie funktioniert. Und wenn mir kleine weiße Kügelchen helfen, dann nehm‘ ich sie halt.“

Sollen wir die Theorie, dass die Erde eine Scheibe ist, auch zulassen, weil wir nur flaches Land fühlen und sehen? Solange die Sonne morgens aufgeht, funktioniert die Idee von der Scheibe für uns.

Warum schrauben Sie die Ansprüche ihrer Wissenschaftsredaktion so weit nach unten? Sollten Sie sich nicht der Wahrheitssuche verpflichtet fühlen, auch wenn diese nicht die gewohnte Bei-mir-wirkt’s-halt-Intuition bestätigt?

Sie haben den anstrengenden Bemühungen um eine aufgeklärte Patientenschaft, welche Vertrauen in die Selbstheilung hat, statt aufwendig beworbene Zuckerkugeln zu schlucken, einen ordentlichen Schuss vor den Bug versetzt. Die Homöopathen jubeln.

Gern kann ich Quellen zu jeder einzelnen Aussage im Text nachreichen.

Mit freundlichen Grüßen


Hierauf gab es eine Antwort des rbb. Getreu unserer Chronistenpflicht geben wie sie hier – wiederum mit dem Einverständnis des Autors der Eingabe – wieder:

Sehr geehrter Herr Schneider,

Frau Vaßmers hat mir ihre Mail weitergeleitet, die ich als Leiterin der Abteilung Wissenschaft, Bildung, Mittel- und Osteuropa gerne beantworte.

Anliegen dieses Films „die Wahrheit über Homöopathie“ war, das Thema von möglichst vielen Seiten zu beleuchten: sachlich auf dem Stand von 2020, unvoreingenommen, verständlich für eine breite Zuschauerklientel. Wir wollten einen Überblick zur Entwicklung dieses 200 Jahre alten Heilansatzes liefern. Warum glauben immer noch so viele an die Wirksamkeit, obwohl es keine evidenzbasierte, replizierbare Nachweise gibt?

Die Autorin, Angelika Wörthmüller hatte also nicht den Auftrag, eine naturwissenschaftliche Forschungsarbeit zu liefern, auch nicht, den Nachweis zu erbringen, dass Homöopathie wirkt oder nicht wirkt. Trotzdem bin ich der Ansicht, dass sie tief in die Materie eingestiegen ist und viele Aspekte herausgearbeitet hat. Dass homöopathische Mittel auch in der Landwirtschaft eingesetzt werden und dies zu weniger Antibiotika-Einsatz führe, finde ich bemerkenswert. Nur um mal ein Beispiel zu nennen.

Dieser Film hat unterschiedliche Reaktionen ausgelöst. Von überschwänglichem Dank über sachliche Kritik bis heftige Beschimpfung. Kritik nehme ich ernst und darüber werden wir intern diskutieren. Denn wir gehen nicht davon aus, im alleinigen Besitz der Wahrheit zu sein.

Mich haben Ihre Anmerkungen nicht unberührt gelassen, deshalb können Sie mir gerne weitere Informationen schicken.

Vielen Dank für Ihre Anmerkungen zu unserem Programm.

Mit freundlichen Grüßen

Ilona Marenbach


An Selbstüberzeugung lässt es diese Stellungnahme sicherlich nicht fehlen. Jedoch reicht nach unserer Ansicht ein einziger Satz daraus völlig aus, um den im Kern völlig unkritischen Ansatz der “Recherche” zu belegen:
“Dass homöopathische Mittel auch in der Landwirtschaft eingesetzt werden und dies zu weniger Antibiotika-Einsatz führe, finde ich bemerkenswert.”

Man muss schon lange suchen, um eine so unkritische Rezeption einer völlig abwegigen, unbewiesenen Behauptung als “tiefen Einstieg in die Materie” bezeichnet zu finden. 

Nun wollen wir aus diesem Ärgernis keine unendliche Geschichte machen. Die Replik unseres Followers auf diese Antwort wollen wir euch gleichwohl nicht vorenthalten:


Sehr geehrte Frau Marenbach,

vielen Dank für Ihre Antwort auf meinen Zuschauerbrief!

Dass der Film sein von Ihnen beschriebenes Anliegen, sachlich, unvoreingenommen und verständlich zu sein, verfehlt hat, hatte ich bereits begründet dargelegt. Die Homöopathie hat sich durch jahrelangen hartnäckigen Lobbyismus unter Schutz des ehemaligen Bundestagspräsidenten (und späteren Bundespräsidenten) Carstens und seiner Frau, die Homöopathin war, so fest im deutschen Gesundheitssystem verankert, dass heute von einem „Glaubenskrieg“ und von einem „gleichberechtigen Verhältnis von Medizin und Homöopathie“ gesprochen wird. Ein richtiges Verhältnis von Sinn und Unsinn in der Behandlung von Kranken wäre meines Erachtens aber immer noch 100 % Sinn und 0 % Unsinn.

Die Carstens-Stiftung ist, wie ich schon schrieb, der größte Player auf dem Gebiet der (bisher erfolglosen) Bestätigungsforschung und Öffentlichkeitsarbeit zur Homöopathie. Filme wie „Die Wahrheit über… Homöopathie“ sind leider ein ermutigendes Zeichen auch für diese Stiftung, weiterhin Millionenbeträge für die Homöopathie auszugeben, obwohl auch die Förderung von Naturmedizin in ihrer Satzung festgeschrieben ist. Naturmedizin hat keine so starke Lobby wie die Homöopathie und gleichzeitig ein viel größeres Potential. Es gibt viele natürliche Hausmittel und Heilkräuter, die eine Wirksamkeit belegen können.

Es gibt durchaus Situationen, in denen sich die Gabe homöopathischer Globuli rechtfertigen ließe. Aber nur dann, wenn es dem Arzt partout nicht gelingt, dem Patienten Vertrauen in die Selbstheilungskräfte zu vermitteln. Nur in einem solchen Fall von Beratungsresistenz, wenn der Patient wirklich auf ein Arzneimittel besteht und man ihn keinen Nebenwirkungen aussetzen will, ist eine Placebogabe ethisch zu rechtfertigen. Das hohe Ideal des aufgeklärten Patienten wäre in diesem Fall verfehlt, aber Gesundheit geht vor Aufklärung.

Sie haben recht, die Einsparung von Antibiotika bei homöopathisch behandelten Nutztieren sollte unbedingt berichtet werden. Aber als Beweis für den übertriebenen Einsatz von Antibiotika, nicht als Andeutung, dass Homöopathika mehr als nur Placebos sind. Denn auch hier gibt es keine Studien, die homöopathischen Mitteln eine Placeboüberlegenheit stabil nachweisen. Nur eine solche Klarheit und Transparenz über die Zusammenhänge kann auch andere Zuchtbetriebe, die Homöopathika zurecht für wirkungslos halten, davon überzeugen, dass es auch mit weniger Antibiotika geht.

Sie sehen, in all diesen Belangen geht es nicht darum, Werbung für die „Chemiekeulen der Pharmamafia“ zu betreiben, sondern um eine aufgeklärte, menschlichere Medizin, in der auch nicht-homöopathischen Ärzten wieder mehr Zeit mit den Patienten vergütet wird, damit sie aufklären können und nicht einfach nur Placebos oder „Chemie“ verordnen.

Ohne die Leistung des Informationsnetzwerks Homöopathie wäre es mir nicht möglich gewesen, einen solchen Zuschauerbrief zu schreiben. Unter anderem arbeitet das Netzwerk an einem Lexikon zur Homöopathie: https://www.homöopedia.eu/index.php/Homöopedia:Startseite

Im Gegensatz zu vielen die Homöopathie bewerbenden Medien sind dort alle Informationen nachvollziehbar mit Quellen belegt. Der Ton ist auch durchweg sachlich, genauso wie auf der noch allgemeinverständlicheren Website des Netzwerks:  https://netzwerk-homoeopathie.info

Warum Frau Wörthmüller oder auch viele Homöopathen Andeutungen über diese Skeptiker machen, sie vielleicht sogar als unseriös erscheinen lassen wollen, ist mir schleierhaft. Eher verstehen könnte ich eine Auseinandersetzung auf sachlicher Ebene. Leider findet das kaum statt.

Ich fand es schade, dass das Informationsnetzwerk Homöopathie keinen offenen Brief an den RBB verfasst hat. Ich habe meinen Zuschauerbrief jedenfalls an sie weitergeleitet, falls sie sich doch noch positionieren wollen.

Gerade im Vergleich mit den vielen anderen Dokumentationen zur Homöopathie in letzter Zeit, ist „Die Wahrheit über… Homöopathie“ wirklich so desinformierend, dass ich eine öffentliche Reaktion des RBB nötig finde. Sei es in Form eines Faktenchecks oder in Form eines zusätzlichen Berichts, der die Zuschauer darüber informiert, wie subtil falsche Ausgewogenheit im Journalismus unsere Meinung beeinflusst.

Mit freundlichen Grüßen


Nochmals danke an den, den es angeht. Wir werden sehen, was weiter geschieht.


Bild: “Time” von Gerd Altmann auf Pixabay

… and they know what they are doing (and they do it anyway)

Pseudoscience with Academics

A guest contribution by Dr. phil. Susanne Dietz

There are existing, unfortunately, the Jakeszs, Hubers, Broers, Burkarts, Dahlkes, etc. of this world, who spread esoterically and spiritually veiled beliefs (in addition to the occasionally available professional competence in their field) and earn money with them.

The photo shows an entry of an university buildingSince I myself have been active in the academic sector and know that there is a very special commitment to knowledge, for a long time it has been an absurdity for me to experience how some intellectually crashed “scientists” or physicians consciously inflict damage on their field and mislead other people – against better knowledge and thus assumingly with lack of conscience.

The attitude of integer scientists to such revelation oaths of scientific ethos still consists too frequently in declining and saying: “I have better things to do than to deal with something like this. It’s clearly obvious that xy is off track.”

Sorry, but no, it is not obvious, not clearly recognizable for many. The average citizen recognizes only that here someone “of the discipline” confirms his world of faith and cites this again and again as testimonial for the conservation of his view of a “spiritual/esoteric world”. But he does not recognize (or is not willing to recognize) that this is only a fact-negative interpretation of reality. A reality which – in light of a research which hat advanced far in the 21st century – has little or nothing to do with esotericism, but with rules and laws which we often do not suit and are partly difficult to understand because they run contrary to our everyday thought structures and processes.

Such an indifferent attitude on the part of scientists of integrity makes it possible for laypersons to engage in pseudo-scientific cherry-picking for more or less base motives, and thus to give themselves a scientific touch that is de facto none. And to improve oneself pecuniarily with it – not exactly seldom.

Our world, our existence, our finiteness is not easy to understand and also not easy to accept. It is understandable to me that many therefore gather a view of the world that gives them pseudo security and well-being. But I cannot agree with that.
Because it doesn’t change anything that faith and knowledge are two pairs of boots and at the end of the day that what we know is preferable to what we believe – simply because it is KNOWLEDGE. And the nature of secure knowledge – such as the ineffectiveness of homeopathy beyond placebo – is its non-negotiability.

If, then, the scientific community does not publicly clearly reject and clarifies postulates from doctors like R. Jakesz, or J. Huber (by the way: these are doctors and by no means scientists) or D. Broers (whose imaginative academic career is more than questionable) and other esoterically inclined “colleagues” or hypotheses from pre-scientific times like those of Samuel Hahnemann, they commit in my eyes a sin of omission that damages the status and reputation of science.

I would wish therefore more and more people and committees from the scientific / academic field to take a clearer stand against such currents, just as the Münsteraner Kreis (German transdisciplinary scientific network against pseudomedicine in medical and non-medical practice) does against homeopathy.

We have the opportunity to obtain specific information: There are Cochrane, Higgs (Swiss scientific portal), Information Network Homeopathy, GWUP (German skeptics association), MaiLab (very popular scientific video blog), MedWatch (investigative project of misleading medical advertisement and information), and bloggers like Dr. Natalie Grams, Dr. Florian Aigner, Dr. Norbert Aust and many, many more. So there would be offers for every social and intellectual group to protect themselves against esotericism and pseudomedicine, their false assertions and manipulations – and thus to protect their own purses and health.

However, getting this information is a commitment to themselves – and is not always lived, not even by academics. What does that tell us? That the personal feeling of well-being counts more for some people than the awareness of the limits of the possible that indeed goes hand in hand with knowledge implying some inconveniences and imponderables that have to be endured in the real world. Even some students prefer to believe and repress, although they know better. And that’s where the fun ends.

Because academics know one thing:

Conspiracy theories of all kinds are lived errors of thought, which are clearly recognizable as such and can be named – and must also be named, so that the manifold damages, which can emanate from esoteric influences of all kinds, are contained. The responsibility lies with the scientific community of the 21st century, simply because it has the ability to do – and knows better.

Ergo: If academics, some doctors and some scientists make use of esotericism, this has a clear proximity to wilful intent and has to do with self-interest and manipulation of others. Consequently, I cannot resist assuming that it is fraud. The sentence: “They don’t know what they’re doing” doesn’t work.

At this point it is no longer a matter of desire – I EXPECT from academics to differentiate, clear conclusions (i.e. not to base them on simplistic cause-effect thinking) and to position themselves clearly against esotericism. No academic can tell me that he doesn’t know better – or at least could know better – if he did what he learned: research cleanly.

And why did I write this? I did my doctorate and the title is not just an academic achievement to me. Above all, I associate it with a clear academic ethos: I feel committed to interdisciplinary, clean, development-oriented acquisition of knowledge, preservation of knowledge in line with reality, and a faithful transfer of knowledge.

Dr. phil. Susanne Dietz


The above article first appeared in the blog “Draufgeschaut” by Dr. Susanne Dietz and is published here with the kind permission of the author.
Original article at http://dietz-trainings.com/#4#blog#30


Picture credits: Pixabay Creative Commons CC0

Homeopathy as “refugee aid” – a medical and ethical problem!

Under the flag “Homeopathy for refugees in Germany” the “Homeopaths Without Borders” together with the initiative “Homeopathy in Action” advertise a nationwide network of homeopathy offers for the “treatment of refugees”. Again and again, related “offers” appear in refugee aid associations which – obviously in complete ignorance of the relevant connections – misinterpret and gladly accept such things as meaningful offers of help.

So one can read for example in an announcement of such an association:

… “Unfortunately, tablets are far too often desired and used to alleviate the symptoms. There are far too few therapy places for psychotherapeutic treatments. In the second part of the evening, we would like to present two free therapy offers from the field of natural medicine.
Dr. med. … and Mrs. …, alternative practitioner, will present the project “Homeopathy for refugees in Germany”.
Every Friday doctors and non-medical practitioners offer homeopathic treatments in the rooms of … as a holistic treatment method for physical and mental problems, if necessary also with the support of interpreters.
… The treatment leads to a reduction of stress and stress symptoms and has a balancing, relaxing effect, so that many people can cope better with stress and thoughts of trauma afterwards.

The activities of the “homoeopaths without borders” (a name trying to benefit from the good name of the “doctors without borders”) were not so long ago criticized in West Africa. There they were consistently rejected with their request to treat Ebola with homeopathy. Apparently, offers under the flag of humanitarian aid is part of the business model of the Homeopaths without Borders. The Süddeutsche Zeitung also reported on corresponding activities in the Munich area.

Quite apart from the therapeutic worthlessness of these “measures”, the question arises whether there is a particular ethical problem besides the medical one.

The fact is: People in need of help from a foreign culture, who as a rule cannot be regarded as “responsible and informed patients” in the sense of our health system, are literally recruited for homeopathic “methods”. People who have to deal with severe traumas – which is explicitly the “goal” of the actions of homeopaths without borders. There is no question about it: providing all these people with psychologically and psychotherapeutically professional care is an almost unsolvable task. But the offer of a sham therapy can’t be a solution! With traumatized people, often children?

Certainly one or the other superficial “success” will occur, precisely because of the psychologically occupied overall situation. But an improper treatment of mental disorders does not solve the problem. Neither is there a careful differential diagnosis (“trauma” is not a diagnosis), nor is anything lastingly done for the patient, nor does one gain knowledge about possible external or self-endangerment due to a psychological disorder. In the age group mainly affected here, one may have to reckon with borderline disorders, whose treatment with sham drugs is hair-raising. We do not like to remember the treatment of the assassin of Ansbach (German small city, where it came to a crime with causing death) with a completely inadequate “therapy” – here by a non-medical practitioner, with a devastating result.

In our opinion, the unspecific “treatment” of severe mental illnesses with homeopathic placebos instead of guideline-oriented drugs goes beyond any tolerable framework. Especially in cases of severe depression, the absence of a specific effective treatment can even be fatal in the worst case because of possible suicide risk. It is not unusual for a traumatised or severely depressed person to be able to undergo therapy at all only with the help of preliminary medication treatment individually adjusted by a specialist.

Even the aspect of the placebo effect must be viewed critically in this context. The language barrier and the origin from a different culture, also and especially in connection with psychological problems, make it seem largely unpredictable whether and how a placebo effect will occur. Since the patients, in this case, might even perceive the “treatment” as overly invasive or authoritarian, even a nocebo effect is conceivable.

Is it really so impossible to provide low-threshold help offers (skills) for those affected instead of idly watching how not only ineffective, but dangerous illusory therapies are offered here? And shouldn’t it be possible – as it happens also for German-speaking patients particularly in emergency situations or in “waiting position” – to publish information brochures in the appropriate languages and age-appropriately, which can help concerning first of all to understand one’s experience and to see that also other humans experience similar after comparable experiences?

Our opinion:

Here the consequence of the social reputation and political “ennobling” of homeopathy becomes visible in a devastating way. Under the guise of helpfulness and support for refugee initiatives, the “Homeopaths without Borders” spread their propaganda for ineffective treatment methods. In this particular case extremely irresponsible. The credulous refugee aid associations, which serve here as vehicles for the transport of the “message homeopathy”, cannot estimate the consequences of these “offers of help” at all and rely on the “good reputation” of homeopathy and the willingness to help shown. There is probably no legal means to prevent this. As always, this is rooted by the fact that homeopathy is anchored in the public health system.
Which indeed sets us apart from the states of West Africa.
Shouldn’t this finally be revised in view of such excesses?


Authors: Monika Kreusel, Udo Endruscheit


Picture: Fotolia_106344027_XS1

Dead child in Italy: Homeopathic doctors association sees “individual medical malpractice”

Malpractice or systemic risk?

Picture shows an iceberg with a small part above and a great part under the sea level.
Peak of the Iceberg?

In Italy, a child died recently because his parents and the doctor who treated him only relied on homeopathy. The German Central Association of Homeopathic Physicians sees here a “medical malpractice”, thus the “famous” regrettable individual case, but no responsibility of homeopathy as such.

What is a “malpractice” in the medical profession? The correct legal term is “medical error”. It means that a medical treatment is not carried out according to the existing, generally (i.e. according to scientific principles) recognized standards. That homoeopathy does not belong to these generally accepted medical standards is a fact that is testified by the worldwide scientific community. The reason why the Central Association refers to evidence-based medical guidelines in this context is confusing anyway. To whom or what does the homeopathic medical profession feel obliged? The guidelines – or a claim of homeopathy, as the chairwoman claims it on her own homepage? (1) Neither is possible at the same time.

It seems somewhat presumptuous that the Zentralverein speaks here of a “malpractice” – this is why, according to the standards explained above, any treatment carried out by a doctor on a homeopathic basis would be a “malpractice” because it deviates from the generally accepted standards. At least as long as he carries out an homeopathic treatment exclusively, as in the present case.

It should only be mentioned in passing that these considerations have no relevance for non-physician homeopathic practitioners anyway, who, however, in many cases also have no problem wanting to use homeopathy to cure illnesses in which the self-healing powers fail.

In principle, homoeopaths, including the Central Association and above all the chairwoman herself (e.g. on her homepage (1)), are fuelling the hope that homoeopathy can help precisely in such and many other cases. This does not fit in with the relativizing withdrawal in the Central Association’s statement on this case.

In the decision for a homeopathic treatment instead of scientific medicine, the damage potential is already inherent in the core. The potential risk of such incidents exists in principle and from the outset when deciding on homeopathic treatment. In other words, incidents such as the one in question are not unexpected in the sense of a “production fault” or a similar incident in everyday life. They are inherent in the method, systemic, they are manifestations of an unnecessarily high risk level from the outset, since homeopathy cannot offer any specific medicinal effect. When a (no longer) self-limiting disease coincides with the erroneous assumption that it can be combated or even cured with homeopathy, this risk potential is inevitably realized, of course not very frequently, even to the point of death (which, however, has definitely occurred).

It is not for nothing that the main criticism of homeopathy is that it can prevent or delay effective medical treatments. This warning has been given often enough. Even complementary (accompanying) treatment with pseudomedical means or methods impairs the treatment success of well-founded therapies, e.g. due to a lack of compliance (2). For this reason alone it is mistaken to speak of a “malpractice”, a human error in individual cases.

Here the Central Association fails to recognize the reality in which patients rely on an actual and medically equivalent medicinal effect of homeopathic remedies – not least because (not only) repeatedly propagating such an effect itself.

It is not unusual for homeopathy supporters to completely turn away from medicine, to regard it as “poison”, “chemistry” and “harmful” and to reject antibiotic therapy in particular. This effect alone, without reference to a specific treatment case, gives rise to a systemic risk for supporters of the method, which is why the question is once again raised: Is it responsible for the political actors in the health care system to continue exposing consumers or patients to this potential danger by de facto equating homeopathy with evidence-based medicine? And to let people believe and trust that homeopathy is – even legally legitimized – a specifically effective medication therapy?

The explanation as “malpractice” – in the sense of the infamous “regrettable individual case” – we therefore do not want left unchallenged. Rather, we believe that in this case the systemic risk potentially present in any ineffective “alternative” therapy has manifested itself in a particularly tragic way.

We see here rather the “tip of the iceberg” than a “single malpractice”. There’s certainly a dark figure that we all don’t know. And: This boy died in a “normal” clinic. How often will a homeopathic pretreatment with its consequences not become known when it leads to a case of scientific medicine and is recorded with all possible consequences up to death in its statistics?

The special thing about this case is that it has received publicity. The next “individual case” is already waiting. Hopefully it won’t be another death. Seeing the error here not systemically in homeopathy clearly points in the wrong direction.


Supplement, 09 June 2019

The parents of the deceased boy have now given a suspended sentence of three months on probation for culpable manslaughter, according to the Independent.

As always, it is very difficult to decide on individual guilt in such a case. The parents deserve great respect for the fact that they spontaneously decided to release an organ transplant. It is also reported that the parents were not at all against scientific medicine in principle, but were worried because their boy had already received “a lot” of antibiotics in the past. Now these are fundamentally legitimate and understandable concerns of medical laypersons. The basic error, however, was to rely on homeopathy in this initial situation instead of consulting a competent doctor. And this apparently once again due to the conditioning through earlier “healing successes”. Things we’re all too familiar with.

The matter is not made any easier by the fact that, according to the information that has become known so far (source: Corriere della sera), the “therapist” is said to be a man who was temporarily excluded from the Medical Association and during this time was engaged in a wide variety of activities. When the Pesaro Medical Association enquired about the start of his homeopathic activity, he was said to have replied that he had no interest in an answer. What weighs heavily is that he had probably actively advised the parents not to take the boy to a clinic – with horror stories about what he would be administered there. The trial against him is scheduled for September 24.

Once again we see one of the key points of our criticism confirmed: Despite all the lack of understanding for how one can entrust oneself to such a “therapist”: It is not justifiable to leave homeopathy in its positive public reputation or even to confirm that it is a proven, demonstrably effective method that is ultimately equivalent to scientific medicine. In Germany, this misperception is also massively promoted by the legal privilege of internal consensus and the reimbursement practice of health insurance funds. The fact that every “non-treatment” such as homeopathy has inherent risks, which cannot be compared with a risk-benefit evaluation of a scientifically based treatment, must force a rethink.

This is precisely what fundamentally promotes such individual mistakes as in this case. And we believe that this is no longer justifiable – more than that, it never has been. Politicians and health insurance companies are urgently called upon to do their bit here.


 

(1) Quote: “I have been working classically homeopathically in my own practice since 1997. This method not only allows acute diseases such as flu, cough, gastrointestinal infections, middle ear infections, etc… to be healed quickly and gently, but is also a way to treat severe chronic diseases such as asthma, rheumatism, neurodermatitis, hypertension, etc…. With the help of the homeopathic anamnesis, the symptoms of the disease are worked out and then the appropriate homeopathic medication is administered. It leads to a retuning therapy with benefit for the organism.” (Called on 1 June 2017)

(2) Skyler B. Johnson, MD; Henry S. Park, MD, MPH; Cary P. Gross, MD; et al; Complementary Medicine, Refusal of Conventional Cancer Therapy, and Survival Among Patients With Curable Cancers; JAMA Oncol. Published online July 19, 2018. doi:10.1001/jamaoncol.2018.2487


More on antibiotics and homeopathy here.


Authors: Dr. Natalie Grams, Dr. Norbert Aust, Udo Endruscheit

Picture credits: Fotolia 145924672_5

Open letter of the INH and the science advice of the GWUP to the “Lecture Series Homeopathy” of the Munich University

Picture shows an empty lecture hall as a symbol of the emptiness of the homeopathic teaching building.
Empty lecutre hall – because of empty teaching building of homeopathy?

In a current publication, the Ludwig-Maximilians-University of Munich is promoting a series of events (lecture series) in the winter semester 2016/17 on the subject of “Homeopathy: From Theory to Practice – With Practical Examples and Patient Presentations”. As a glance at the announcement shows, this is a series of lectures which aims to introduce the “homeopathic approach” to a wide variety of clinical pictures.

We think it would be wrong to help the homeopathic method to gain academic recognition through such an event, after it should have been considered obsolete long ago:

1939: The establishment in 1928 of a homeopathic chair at the Medical Clinic II of the University of Berlin, enforced by August Bier, a surgeon of excellent reputation and advocate of homeopathy, is revoked – explicitly because of “unsuccessfullness”.
1958: The same university defends itself with clear words against the attempt to revive this chair.
1992: In a clear statement, the medical faculty of the University of Marburg rejects any relevance of homeopathy for the scientific community and opposes ministerial efforts to include homeopathy in teaching.

Against this background, it is more than strange that the Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) in Munich offers a platform to the lobbyists from the German Central Association of Homeopathic Physicians, especially as this has obviously little or nothing to do with teaching and research, the basic tasks of every university. Unfortunately. Because we are quite convinced that correctly understood teaching could, and even should, find its place at a university, also with regard to homeopathy.
Teaching! For homeopathy, this would mean teaching it in a medical-historical context, discussing its contradictions and incompatibilities with laws of nature, and presenting and discussing the lack of proof of its effects and the so-called basic research on homeopathy. This would be welcome in view of the fact that future physicians would then start their professional life with solid knowledge and not with a bundle of unquestioned prejudices about the topic.

However, none of this is to be found in the LMU’s announcement. Instead, the lecture series consists of a sequence of events in which “homeopathic approaches” are presented for a wide variety of clinical pictures. These range from simple self-limiting illnesses such as sinusitis to the most severe diseases, even in the palliative medical field. The announced introductory lecture “History and Philosophy of Medicine: Samuel Hahnemann’s Foundations of a Rational Medicine” will probably not be intended as a method-critical introduction to the following lectures. Thus the announced “Practical Examples and Patient Presentations” are not a positive feature, but once again offer the opportunity to present homeopathy as “experiential medicine”.

We think:

This uncritical treatment of homeopathy has no place in a scientific faculty.
It is incompatible with the mission of research and teaching to give a superficial, advertising presentation of a method that is classified by the overwhelming majority of the worldwide research community as specifically medically ineffective.
At best, homeopathy should be adressed scientifically in the sense of discussing and falsifying its assumptions.
The current procedure does not correspond to the responsibility of the university towards students and patients.

Signatories:

For the INH

Dr Norbert Aust
Udo Endruscheit (Author)
Prof. em. Dr. Edzard Ernst
Dr. Natalie Grams
Amardeo Sarma
Prof. Dr. Norbert Schmacke

For the Science Council of the GWUP

Prof. Dr. Michael Bach
Prof. Dr. Dr. Ulrich Berger
Lydia Benecke
Prof. Dr. Peter Brugger
Prof. em. Dr. Edzard Ernst
Prof. Dr. Dittmar Graf
Dr. Natalie Grams
Prof. Dr. Wolfgang Hell
Prof. Dr. Dieter B. Herrmann
Prof. Dr. Johannes Köbberling
Prof. Dr. Walter Krämer
Prof. Dr. Martin Lambeck
Dr. Rainer Rosenzweig
Prof. Dr. Dr. Gerhard Vollmer
Dr. Barbro Walker
Dr. Christian Weymayr
Dr. habil. Rainer Wolf

Update, May 19, 2019:

In the winter semester 2018/19 and 2019/20 the “lecture series” on homeopathy did not take place anymore.

The Haunersche Kinderspital in Munich, initiator and organizer of these events, has meanwhile distanced itself from homeopathy as a therapeutic option.

Further current statements:

Blog post by Edzard Ernst (in English) here

Critical comment by science journalist Werner Bartens in the Südeutsche Zeitung here

Interesting older article on homeopathy at the LMU also in the Laborjournal here

Picture of Bonnie Taylor on Pixabay

Homeopathic Remedies for Teething Problems

Little Baby thumb-sucking, maybe because of teething problems...
Nothing amiss!

Tooth eruption (dentition) begins in most babies in the 6th month of life and is a painful process. Before a tooth reaches the light of the oral cavity, it first has to fight its way through the periosteum of the bone and then break through the oral mucosa (the gingiva). The periosteum is very sensitive to pain – we all know this from the shin bone – but the oral mucosa is much less sensitive. Tooth eruption can be accompanied by general symptoms such as fever and malaise.

Tooth eruption can be made somewhat easier by using biting aids (teething rings etc.). In the worst case, the pain can be reduced with a locally acting agent (local anaesthetic as a gel or ointment). Sometimes the administration of pain suppositories is recommended. But in all cases the certainty that it will pass will help. Loving care is always helpful.

However, there is no proof of effectiveness for homeopathic dental remedies (e.g. Chamomilla, complex preparations). Homeopathic dentistry neither influences the intensity of pain in the area of the periosteum, nor does it accelerate the speed at which the teeth break through.

In recent weeks, reports have also been circulating from the American Food and Drug Administration (FDA) (“FDA to Parents: Don’t Give Your Kids Homeopathic Teething Tablets”), which warned against homeopathic remedies for teething problems. As early as October 2010, the FDA warned consumers against the use of homeopathic teething tablets containing belladonna after reports of symptoms of belladonna poisoning in young children became known and the FDA found “inconsistent levels” of belladonna in the preparations and criticized the lack of child-proofing of the containers. According to the manufacturer’s label, the preparations at that time contained belladonna in a potency of D3, i.e. still with an active substance concentration at which a physiological effect could not be ruled out.

The products were recalled and, following a “revision of the production process”, were reintroduced into the product ranges in 2011.

Over the next six years, the FDA received a further 400 or so reports of children with disease characteristics typical of belladonna. Ten of these reports were fatalities. There were also a large number of consumer complaints in this regard, although it may be difficult to establish more than one temporal connection between the complaints and the use of the preparations in retrospect.

Due to the large number of complaints since the first warning in 2010, the FDA started a formal investigation into homeopathic dentistry products on 9 September 2016. A new FDA warning on these remedies was issued on 30 September 2016. According to the manufacturer, the current remedies contained Belladonna D6 and D12, respectively. In this dilution no effect / side effect would have been possible even with an overdose. On 27 January 2017, however, the FDA confirmed that, according to their laboratory analyses, the homeopathic preparations again contained “inconsistent amounts of belladonna […], some of which exceeded the amount stated on the label”.

Author: dentist Dr. med. dent. Hans-Werner Bertelsen


Picture credits: tookapic auf Pixabay

Top